Texte

Ein Ausschnitt aus dem Beitrag
«Präsent und sperrig»

von Thomas Wolfensberger

_
Die Bildordnung ist durch eine bewusste Unauffälligkeit geprägt, welche die atmosphärische Präsenz ins Zentrum der Arbeit stellt. Es ist also weder gesuchter Realismus noch durch Pinselduktus geprägte Abstraktion, welche die Motivumsetzungen prägen, sondern die Suche nach wesentlichen Farbklängen einer Impression. Farborte und deren Gewichtung auf der Leinwand werden so aufgetragen, dass sie dem situativen Eindruck am meisten gerecht werden.
Seine Eigenart, viel Lichtpigment in den Schattenpartien und genauso viele verdunkelnde Farbpigmente in hellen Bildpartien zu vermalen, ist nicht nur als Metapher zu verstehen, sondern zeugt vor allem von grossem malerischen und sensiblen Geschick.

Dass dieses überzeugende malerische Werk von einem sympathischen Menschen stammt, wertet dieses weder auf noch ab. Man darf es jedoch mit Freude zur Kenntnis nehmen

Ein Ausschnitt aus dem Beitrag
«Zeitlos, respektvoll, expressiv»

von Urs Hobi

_
Die Wahl der Motive scheint bewusst unspektakulär. Sie bewegen sich in den Meridianen des Vertrauten, des unmittelbar Gesehenen, Nahestehenden, des Liebgewonnenen. Visionäres ist nicht gefragt. Sie sind vielmehr Resultate des selektiven, sentimentalen, aber auch forschenden Blicks des Malers, der sich seiner Umgebung bewusst werden will, sie fassen will und in der künstlerischen Umsetzung die adäquate Form anstrebt.

In respektvoller Distanz – so scheint es – geht er beobachtend auf die Objekte zu, um sie dann schliesslich in einer entscheidenden Befindlichkeit zu ertappen, einzufangen, und ins Blickfeld zu rücken. Kein schneller Augenblick, wie beispielsweise in der Fotografie, sondern ein genaues Hinsehen und Verweilen sind die unabdingbaren Voraussetzungen dazu.

Und dann sind es Ilgs expressive malerische Gestaltungsmittel, die in bildräumlicher oder farbklanglicher Bestimmt- oder Offenheit die spezifischen Sichten, Stimmungen, Gefühle und Seelenlagen einzufangen vermögen, mit dem selbst formulierten Anspruch, “einen zwitschernden Vogel wirklich wahrnehmen” zu können.








Neue Zürcher Zeitung
Ausschnitt aus dem Artikel
«Ilg – Vater und Sohn»
vom 5. Januar 2000
Daniel Ilg verfügt über eine unverwechselbare Ausdrucksweise, die in einer beeindruckenden Spannweite seiner Motive zum Ausdruck kommt: Landschaften, immer wieder Menschen darin und weidende Tiere, Pflanzen, deren Wachsen zu spüren ist. Er hütet sich, die Hand des Wissenden auf sie zu legen und ihre verborgene Unmittelbarkeit anzutasten; er hat sie, so ist man zu sagen versucht, in ihrem Schlaf überrascht. Sie sind bei sich selbst noch bevor sie sich aus den Dämmerzonen des Daseins ablösen. Damit steht wohl im Zusammenhang, dass sich das Nahe nur um ein Geringes von der Bildtiefe trennt und die Teile fest eingebunden bleiben, um so ins Umgreifende zurückzusinken. Die Formen, selbst solche ganz unterschiedlicher Ordnung, suchen Nähe und Bindung.

Der Landbote
Ausschnitt aus dem Artikel
«Sanfte Erhabenheit»
vom 11. Januar 2000
Figuren und Gegenstände werden in der Regel frontal gezeigt. Sind sie angeschnitten, wird der Eindruck des Unspektakulären noch verstärkt. Gerade deshalb eignet den Bildern eine sanfte Erhabenheit.

Neue Vorarlberger Tageszeitung
Ausschnitt aus dem Artikel
«Erhaben und ursprünglich»
vom 18. September 2001
Sanfte warme Naturfarben bevorzugt Ilg: Oliv- und wacholdergrün, Ocker, Van-Dyck-Braun, und wenn Weiß angesagt ist, dann lässt er es zu warmem Elfenbein oder zartem Grün hin changieren. Ursprünglichkeit, Ruhe und Erhabenheit strahlen sie aus und erzählen von den Ewigkeiten der Natur.







«Das Unterbewusste, oder besser: das Unbewusste "arbeiten" lassen, Nicht: es beherrschen, kontrollieren oder nutzen wollen, aber ihm Platz geben.»
Daniel Ilg, 20. September 1997

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.